Donnerstag, 4. September 2014

#2: 9 notte fino alla partenza

9 Nächte noch.

Was packt man ein, wenn man weiß, dass man das nächste halbe Jahr nicht an seinen Kleiderschrank kann?


Nachdem das ganze Organisatorische mehr oder weniger geklappt hat, kann ich mich den wichtigen Dingen widmen - das Packen.

Organisatorisches: Das ganze ERASMUS Hin und Her war die totale Katastrophe. Ich bin die erste Studentin die von meiner Fakultät der Geschichtswissenschaften aus nach Rom darf und demnach war das ganze auch organisiert: Ich bin der Prototyp; der Erstversuch. Ich wusste kaum an wen ich mich wenden musste. Ich lag dem Prof. B. wochenlang in den Ohren und er konnte mir auch nicht wirklich weiterhelfen. Dabei sollte er mir als ERASMUS-Koordinator doch eine riesige Hilfe sein! Die Info-Veranstaltung wurde von unserer Uni aus erst im Juli organisiert. Ich war total auf mich gestellt, was Auslandsbafög und die Anmeldung an meiner Gastuni anging: Hilfreich waren jedoch die vielen Mails die mir meine italienische Universität zuschickte. Ich bekam Abläufe und Mutzusprachen und bald schien alles wie von selbst zu gehen.
Wie oft war ich denn jetzt an meiner Uni, um all das auf die Reihe zu bekommen? Ich schätze um die 40 Mal musste ich entweder ins ERASMUS-Büro oder zu Prof. B. gehen [kein Wunder, dass er mich beim Vornamen kennt]. 
Das Einzige was jetzt noch abgehakt werden muss, ist das schreckliche Auslandsbafög und ich rate jedem dazu sich so aggressiv wie möglich diesen Behörden zu widmen. Als ich letzte Woche bei meiner Ische anrief, meinte sie zu mir, mein Antrag läge noch im Postfach. IM POSTFACH! Nicht einmal geöffnet und dafür solle man sich dann 6 Monate vorher bewerben? Nun denn. Ich habe ohnehin nur schlechte Erfahrungen mit Bafög gemacht und versicherte ihr, ich würde ab da an alle 2 Wochen anrufen um zu checken, wie weit sie sei. Heute ist wieder Sprechstunde. Ich freue mich schon.
Alles in Allem sollte man sich gut vorbereiten und keinen Gang zum zuständigen Sekretariat scheuen. Denn letztendlich werden diese Menschen dafür bezahlt dir zu helfen und für deren Lohn sollten die Dich auf jeden Fall einmal in der Woche ertragen können.

Nun zurück zum Hauptthema: 

DAS PACKEN

Es ist ohnehin schon schwierig für ein Mädchen mehrere Tage lang von ihrem Kleiderschrank entfernt zu sein, aber das was jetzt kommt wird eine noch schwerere Zeit. 6 Monate lang und Du sollst deine Auswahl auf insgesamt 10 Outfits beschränken? Da im September noch Sommer ist, heißt das, in diesen Outfits müssen passende Sommer- UND Winterklamotten inbegriffen sein und wer mich kennt weiß, was dies für eine Bürde für mich ist. Des Weiteren habe ich beschlossen, Kosmetika wie Rasierer und Ob's schon vorab mitzunehmen. 20 Einmalrasierer, 12 zusätzliche Klingen für meinen Rasierer und 120 Ob's nehmen einem mehr Platz im Koffer als man zunächst erwartet. Ich werde auch noch Nudeln, Maggitüten, Brotbackmischungen [Brot schmeckt in Italien nie], Reis und anderes Essen mit einpacken, da die Lebensmittelpreise in Rom unermesslich sind. Zu viel Zeug, zu wenig Platz. Und was mache ich mit meinem Nagellack? Ich soll mich auf einmal für 6 Stück entscheiden?

Ich bin ratlos. Zumal Ich noch einiges an Zeit habe und packe ich jetzt 10 Paar Unterwäsche ein, dann habe ich nur noch den Rest meiner Unterwäsche und ich will ja auf jeden Fall die schönsten mitnehmen! Doch packe ich sie noch nicht ein, dann mache ich sie schmutzig und vllt. ist sie dann nicht rechtzeitig gewaschen. 
Ich stehe hier vor einem großen Dilemma. Zwar nicht moralischer Art, doch trotzdem gehört diese Entscheidung zu den schwierigsten in meinem uninteressanten Leben. Ich entscheide mich die nächsten Tage lang wie ein Penner herumzulaufen, lasse jedoch ein Outfit draußen; das für meine Abschiedsparty - Hier werde ich mich noch einmal von der besten Seite zeigen müssen: Die Leute sollen diese Seite vermissen und nicht den Penner, der ihnen unter die Augen gelaufen ist.

À propos: PARTY! Hier wird noch ein ordentlicher Eintrag erscheinen, mit all den Vorbereitungen. Ich liebe es Partys zu veranstalten und insgeheim wünsche ich mir irgendwann mal Partyplanner zu werden. Zumindest so unter der Hand.

Ich werde nun weiterpacken und mal schauen was ich noch aussortiere. A presto, würde ich mal sagen (:

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