Sonntag, 28. September 2014

#7: 2 settimane a Roma

Buongiorno a tutti.


Ich bin jetzt genau 2 Wochen lang in Rom und hab schon mehr erlebt als im gesamten Jahr bis jetzt. Nicht nur tolle Dinge sind mir widerfahren, auch schreckliche, z.B.: Ich bin krank.
Oh ja, richtig gelesen. Bei durchschnittlich 29°C bin ich krank geworden und wisst ihr was Schuld ist? Die Jeans, die ich in dieser Hitze zu tragen pflegte, da ich mir dachte: "Heeeey, Du bist jetzt kein Touri mehr - also zieh dich vernünftig an!", dies hat man also, wenn man versucht anders zu sein. Allerdings hat ein ganz neues Image auch andere Vorteile: Ich kann hohe Schuhe tragen, ohne dass man mich ansieht wie ein Auto. Oh ja! Denn hier kennt mich niemand anders, als top angezogen (ohne Make-Up). Zumindest noch nicht, nur meine WG-Mitbewohner (die sich gerade rührend um mich kümmern, wegen des Fiebers). A propos: WG...

Die Wohnungssuche


Liebe Leute, verlasst euch auf niemanden. Wirklich gar niemanden. Ich habe die versendeten Mails auf "Easystanza" gezählt und tatsächlich habe ich über 70 Mails verschickt. In meinem Büchlein (geschenkt bekommen von meinen Freundinnen L. und M. in Deutschland) standen letzten Endes allerdings nur 5 Nummern und ein Termin schon direkt um 12 Uhr (sind um 9:30 Uhr angekommen). Nach einer riesen Abhetzerei und dem Klarmachen von 2 weiteren Terminen begaben sich mein Stiefvater und ich auf den Weg zur Haltestelle "Porta Furba" in einem Quartier namens Tuscolano. Auch die anderen beiden Termine, sollten hier stattfinden. Um halb 12 angekommen, begaben wir uns in ein Café und waren prompt mit einem Freund von dem in Dortmund spielenden Fußballstar Immobile am reden. Er war sehr süß.
Leider ging das Gespräch nicht so lange, wie ich es mir erhofft hatte. Denn unser Termin stand bevor. An diesem Punkt möchte ich noch einmal erwähnen, dass ich noch nie eine Wohnung gesucht hatte und ich vor Aufregung ganz weiche Knie hatte.
Nun denn, um halb 1 standen wir immernoch wie 2 Idioten an der Haltestelle und warteten auf die Italienerin namens Maria (Ich hätte ihr eine schlechte Bewertung geben sollen!). Die Sonne schien uns knallhart auf die Köpfe, da ich ja zum Telefonieren draußen bleiben musste. Doch sie ging nicht ans Telefon. Also war der erste Versuch gescheitert und wir fuhren ins Hotel. Der nächste Versuch sei um 17 Uhr und der danach um 18:30. Im Hotel angekommen, versuchte ich weitere Nummern anzuschreiben/anzurufen, um Termine für den nächsten Tag (Montag) festzumachen. Des Weiteren gingen wir zu meiner zukünftigen Universität, um dort nach Anzeigen Ausschau zu halten. Ich schrieb mir 10 weitere Nummern auf.
Um 17 Uhr an der Via dell'aeroporto angekommen, erwartete uns schon eine Frau um die 30. Ihre Mails waren sehr vielversprechend, denn sie sei Italienischlehrerin und würde mir für zusätzliche Aufzeichnungen (Für ihre Doktorarbeit? Vergessen.) 2 Stunden die Woche Italienischunterricht geben. Sie lebte in dem Appartment mit ihrem Mann. Die Wohnung war sehr schön aufgeteilt. Ein Korridor trennte ihren Wohnbereich von meinem, sodass ich genug Privatsphäre besäße. (Wobei ich ja eigentlich keine Privatsphäre wollte - ich wollte reden, rumalbern, was Teenies halt so machen - auch wenn ich schon lange kein Teenie mehr bin) Zusätzliches Manko (manco): Kein Internet. Somit muss ich zu der stolzen Miete von 430€ also noch 30€ monatlich Internet bezahlen? Wir verabschiedeten uns höflich und liefen zur nächsten Besichtigung. Ein gutaussehender Mann, Mitte 20 (In Wahrheit war er 34) kam uns entgegen. Mit ihm sollten wir 2 Wohnungen besichtigen. Und beide waren bombastisch. Einziges Problem: Sie werden sehr schnell weg sein. Also lag es an mir ihn hinzuhalten. Er zeigte uns den Vertrag und wir baten ihn, ihn mir zuzuschicken, denn Ich hatte einen großen Vorteil. Dank der Tatsache, dass mein Stiefvater dabei war, wirkte ich äußerst seriös. (Ich habe im Nachhinein erfahren, dass er mir aufgrund dessen besonders traute). Wir erzählten ihm also, wir würden den Vertrag lesen und dann einen weiteren Termin zur Unterzeichnung ausmachen - so stand uns immernoch die Tür für andere Wohnungen offen. Danach gingen wir nach Hause.
Am Abend war ich damit beschäftigt weitere Menschen anzuschreiben. Doch von den 12, die übrig geblieben sind hatten sich nur 2 mit mir für einen Termin vereinbart. Einmal sehr weit außerhalb und dann noch an der Via Como, nähe meiner Universität. Ich vereinbarte außerdem noch einen Termin Abends mit der Wohnung von Sonntag, die mir so gut gefallen hatte.
Alles in Allem kann ich sagen, dass die eine Wohnung scheiße war und die andere Frau mir die falsche Adresse gegeben hat (Traue niemandem).
Letzten Endes habe ich tatsächlich dann die Wohnung genommen, die mir so gut gefallen hat und sie ist umwerfend! Ich habe ein eingermaßen großes Zimmer; rot, weiß, schwarz eingerichtet mit riesen Spiegel, einem Schreibtisch und einem großen Bett. Die Küche ist auch sehr gut ausgestattet, der Vermieter hat uns sogar Essen, usw. da gelassen (Er zieht wohl iwie nach Irland?) Wir haben einen riesen Fernseher, 2 Bäder mit Badewanne und Dusche. Spülmaschine,Waschmaschine, Staubsauger, alles da! Ich brauche zur Uni zwar 50 min, aber ich bin sehr zufrieden! Also hat das Schwierigste schonmal geklappt und ich kann mich anderen Dingen widmen.

Wie: Dem sozialen Leben.

Freitag, 12. September 2014

#6: domani.

Morgen.


Gestern noch habe ich eine Mail von der wunderbaren Sapienza bekommen. Es geht um die italienische Steuernummer - den Codice Fiscale. Ich habe ehrlich gesagt vor nichts mehr Angst, als vor diesen Behördengang. Auch die chaotische Website der Agenzia delle Entrate nimmt mir meine Angst nicht. Nun ich weiß zumindest, dass sich dieses Gebäude auf der via Cristoforo Colombo befindet: Ein großer Fortschritt. Ich habe auch einen Vordruck gefunden und erfahren, dass ich eine Kopie meines Ausweises brauche. 
Wozu eine Steuernummer?

Fürs Überleben.

Ja, richtig gelesen. Für Alles in Italien braucht man diese Nummer. Für das Eröffnen eines Bankkontos, für die Unterzeichnung eines Mietvertrages, sogar um in der Mensa essen zu können brauche ich diese Nummer. Mein Problem ist nur, dass mein Englisch miserabel ist. Mein italienisch ist zwar gut! Doch bestimmt nicht gut genug, um mich durch politische/wirtschaftliche Vokabeln durchzubeißen. Ich habe das Gefühl, dass weder Ich irgendjemanden verstehen werde, noch irgendjemand mich verstehen wird. Und ich kenne aus den deutschen Behörden die Redelust der Beamten. Was ist, wenn man von mir irgendetwas will und ich partout nicht verstehe was? & dann schickt man mich weg und dafür saß ich dann einen halben Tag in diesem Gebäude?
Des Weiteren habe ich nicht verstanden, wie und ob ich mich online ankündigen soll. Ich klicke dann auf "Codice fiscale" und auf einmal sind da 10 Unterrubriken und ich google jedes Wort, doch verstehe trotzdem nicht die Zusammenhänge. Beamtenitalienisch ist eine schwere Sache und ich werde heute garantiert noch viele Vokabeln aufschreiben, die ich lernen muss.

Wieso schreibe ich eigentlich so einen Unsinn, denn dann doch niemand interessiert? Ich bin schrecklich nervös.

Gestern war der Abschied von meinem Opa und ich bin total fertig. Ich weiß, dass mein Opa in nächster Zeit nicht sterben wird oder so, aber meine Tränen konnte ich trotzdem nicht zurückhalten. Zwar ist sein Kalender voller Termine und er ist nicht gerade alleine, er hat doch seine Freundin und seinen Suboteo-Verein, die Sparkasse und alle Menschen, die in seinem Haus da leben, aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass er seit dem Tod meines Vaters irgendwie einsam ist. Und ich bin die einzige von uns, die sich um ihn kümmert. Während ich jede Woche da bin, um zu schauen, wie es ihm geht, haben meine beiden Brüder eher weniger das Bedürfnis so oft da hin zu gehen. Alle 3 Wochen besagt die Regel, doch trotzdem gehen sie immer seltener zu ihm, obwohl es einmal im Monat Taschengeld gibt. Ich will ihn nicht alleine lassen und ich glaube der Abschied von ihm ist der schwierigste. Meine Eltern und Lisa kommen ja schon im Oktober mich besuchen und es ist auch ganz schön, meine Brüder mal nicht zu sehen. Aber meinen Opa sehe ich im Dezember erst wieder und das bricht mir das Herz.


Langsam wird es Ernst. In exakt 25 Stunden geht die Reise los.

Mittwoch, 10. September 2014

#5: 3 notte fino alla partenza

3 Nächte noch.


& ich bin aufgeregt wie noch nie.


Es hätte wirklich alles reibungslos verlaufen können, aber wie immer gibt es Komplikationen. Und wo? NATÜRLICH in Essen. Besteht eine wichtige Zugreise vor, dann passiert in Essen immer etwas. Dort kommt jeder 2. Zug zu spät und fällt jeder 5. Zug aus. & Ich habe das große Glück immer betroffen zu sein. 

Gott sei Dank hat mir die DB schon vorab eine Mail geschrieben, dass Bauarbeiten auf der Strecke zwischen RE und Essen stattfinden und wir nicht die gewohnte Strecke mit der RB fahren können - bullshit. Also reise ich eine Stunde früher als geplant über eine Umleitung nach Essen und werde mich dort in die DB-Lounge setzen - ein positiver Aspekt trotz allem.
Um nach Rom zu reisen ist der Zug eine super Wahl. Man fährt bis nach München, genießt dort 1-2 h das Oktoberfest [oh jaaaaa*O* es ist im vollen Gange!!] und steigt dann in den Nachtexpress um 21 Uhr nach Rom ein. Man schläft ne Runde und schwuppdiwupps. Wenn meine Augen sich öffnen, bin ich im wunderschönen Italien*O* & um 9 Uhr morgens dann in Rom!!! Des Weiteren hat man die Möglichkeit so viele und so schwere Koffer mitzuschleppen, wie es einem möglich ist. Mein Koffer ist riesig und wiegt, wenn ich mit ihm fertig bin, über die anerkannten 15-20kg, die in einem Flugzeug mitfliegen dürfen. Außerdem kann man Wartezeiten in verschiedenen Städten super nutzen und am Flughafen wartet man eher widerwillig in einem viel zu überteuerten Café. Jeder 3. Flug in DÜ verspätet sich. Während die richtigen ICEs nur in Essen Probleme haben - kein Wunder: diese Stadt ist ein Chaos. Was bei der Bahn ein großer Nachteil ist, sind die Regionalbahnen. Unklimatisierte Wägen, kein Sitzplatz und Leute die dich mit ihren hocherhobenen Achseln vollschwitzen. Da diese Züge allerdings für den Normalverbraucher von großem Vorteil sind, weil man sich schnell und günstig von A nach B fortbewegen kann, und sie deshalb trotz der schlechten Leistungen genutzt werden ist es klar, dass jedermann ein schlechtes Bild von der Bahn hat. Ich möchte mich gegen die steigende Kritikrate an die DB äußern und sage: Ich liebe Zugfahren und bevorzuge dies aufgrund der tollen Leistungen dem Fliegen.


So auch die Reise nach Rom. Seid ihr schonmal nachts Zug gefahren? Ich über 30x und es ist immer wieder ein Erlebnis. Und ich freue mich schon riesig darauf!


Sonntag, 7. September 2014

#4: 6 notte fino alla partenza

6 Nächte noch.


Big fat italian wedding - oops: PARTY


Wenn ich eins liebe, dann ist es das Veranstalten von Partys. Nicht die Party an sich reizt mich, eher das Vorbereiten von Dingen. Ich bin ein Mensch der sich 10 Stunden lang in die Küche setzen und kochen kann - Ich habe dann immer noch nicht genug.

BTW - Ich bin auch eine von den Vertretern, die meint, dass eine Frau es nicht nur verdient Karriere zu machen. Eine Frau darf auch das Recht haben Zuhause als Hausfrau zu arbeiten. Es liegt in unserer Natur, oder kennt ihr außer Jamie Oliver einen Mann der ordentlich kochen kann, ohne die ganze Bude zu versauen? Man hat uns sogar biologisch die Anlagen dafür gegeben ein Kind großzuziehen. [Ich könnte stundenlang darüber diskutieren]. Ich wünschte ich hätte die Möglichkeit all dies wahr werden lassen zu können. Meinetwegen mit einer Halbtagsstelle als Lehrerin. Nur leider ist es in der heutigen Gesellschaft und Wirtschaftslage nicht mehr möglich, zuhause zu bleiben, es sei denn man angelt sich einen Arzt oder so etwas oder man lernt mit weniger zu leben. Aber das ist ein anderes Thema.

Nun auf jeden Fall war es gestern wieder so weit und ich als gerade erst angelernte Köchin probierte mich an 2 CIYs:


Vorerst an diesen hübschen Wackelpuddingmelonen:



Es sieht so einfach aus, endete allerdings in der größten Verzweiflung. Schon bei dem Durchschneiden sackte mir alles weg und der Wackelpudding sah aus wie ein erbärmlicher Haufen Hässlichkeit. Ich konnte die ganze Idee in den Müll werfen. Nichts blieb haften und aus war der "Melonenwackelpuddingtraum". 
Vielleicht klappt es ja wirklich, allerdings nicht mit einer normalen Wackelpuddingmischung und "JA, ICH KANN WACKELPUDDING MACHEN!". Es sollte also nicht an mir gelegen haben.



Von dieser Idee hier war ich allerdings total überrascht. Es ist wirklich sehr simpel und tatsächlich werden die "Früchte im Topf" weder matschig, noch sieht das Gesamtbild aus wie ein Haufen zusammengeworfener Socken. Außerdem ist dieses Bild nicht gephotoshoped, sondern es gibt das Bild wieder, das diese "Naturobstschale" einem liefert. Meine Wassermelone war nach den Farben der italienischen Flagge geordnet und meine Gäste liebten sie: Es blieb nichts übrig!

Und so sah das ganze dann aus:



Im Hintergrund sieht man übrigens meine improvisierte Italiendeko aus unserer Gardine und Krepp-band. Des Weiteren servierte ich Antipasti und Fladenbrot mit diversen Cremes. Anscheinend konnten sogar Veganer satt werden und mit den Tomate-Mozarella Spießen war so und so jeder glücklich. Ich denke es war ein voller Erfolg. Auf der Party wurde dann Flunkiball und Activity gespielt. Ich hatte echt viel Spaß und kann mit dieser Erinnerung getrost nach Italien gehen. Die letzte Woche ist angebrochen und es folgen Verabschiedungen, Verabschiedungen und Verabschiedungen.
Ich bin gespannt auf das, was mich noch erwartet (:

A presto!

Freitag, 5. September 2014

#3: 8 notte fino alla partenza

Mein Heim? Irgendeine Brücke am Tiber


Ganz nach dem Motto: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst", fing ich schon vor einem Monat an eine geeignete Wohnung zu suchen. Da die Miete eines 12m² Zimmers in der Stadt eher der Miete eines Penthouses in Essen glich, war ich eher auf der Suche nach einer Wohnung nähe des Flughafens in Ostia. Das Problem, das allerdings daraus resultiert ist die sehr lange Fahrtzeit zur Universität. Also müsste ich dafür sorgen, dass ich eine Vesper oder sonstiges zur Verfügung habe. Oder ich suche explizit nach weiteren Mitstudentinnen, die lieber am Meer wohnen und 300€ Miete zahlen anstelle von 600€ + Nebenkosten. Die potenziellen coinquiline sollen am besten ein Auto haben, sodass sich kleine Fahrgemeinschaften bilden könnten. Doch all dies ist leichter gesagt als getan. Nach 2 Wochen jedoch ergab sich das Wunder! Eine saubere 5er WG mit sympathischen Mädels und einem Collie suchen eine Mitbewohnerin. Im 8. Stock ihres Apartments sollen sie angeblich sogar Meerblick haben!

Ich erzähle dieses gerade, weil es eine reine Enttäuschung war.

In Rom eine Wohnung einen Monat vorher zu suchen ist vergleichbar mit einer Schüssel Eis, die man vor dem Verzehr erst einen Monat lang in der Küche stehen lässt. Keine zwei Stunden, nachdem diese Schüssel hinterlassen wurde, ist sie weg. Genauso wie diese unglaublich tolle Wohnung am Strand. Ich hätte heulen können.
Also hier kommt meine Empfehlung: Ich hab nun noch 8 Tage und so langsam habe ich auf Easystanza [sehr gute Seite für alle die eine Wohnung innerhalb Italiens suchen] einige Mails verschickt. Hab auch schon die ersten Nummern von Vermietern. Die ersten Nächte werde ich allerdings noch in einem Hotel übernachten. Und das schlage ich auch jedem anderen vor. Rom ist so chaotisch - nachher verlässt man sich auf das Wort eines Italieners und auf einmal lebst du in einer Drogenhölle oder jemand anderes schläft in deinem Bett.
Die ersten Tage werde ich dafür nutzen mir vor Ort eine bewohnbare Wohnung zu suchen.
Besser drei Tage obdachlos als in einer Wohnung zu schlafen, die einem Zelt unter einer Brücke des Tibers gleicht.

In dem Sinne - A presto!


PS: Morgen steigt die Party <3

Donnerstag, 4. September 2014

#2: 9 notte fino alla partenza

9 Nächte noch.

Was packt man ein, wenn man weiß, dass man das nächste halbe Jahr nicht an seinen Kleiderschrank kann?


Nachdem das ganze Organisatorische mehr oder weniger geklappt hat, kann ich mich den wichtigen Dingen widmen - das Packen.

Organisatorisches: Das ganze ERASMUS Hin und Her war die totale Katastrophe. Ich bin die erste Studentin die von meiner Fakultät der Geschichtswissenschaften aus nach Rom darf und demnach war das ganze auch organisiert: Ich bin der Prototyp; der Erstversuch. Ich wusste kaum an wen ich mich wenden musste. Ich lag dem Prof. B. wochenlang in den Ohren und er konnte mir auch nicht wirklich weiterhelfen. Dabei sollte er mir als ERASMUS-Koordinator doch eine riesige Hilfe sein! Die Info-Veranstaltung wurde von unserer Uni aus erst im Juli organisiert. Ich war total auf mich gestellt, was Auslandsbafög und die Anmeldung an meiner Gastuni anging: Hilfreich waren jedoch die vielen Mails die mir meine italienische Universität zuschickte. Ich bekam Abläufe und Mutzusprachen und bald schien alles wie von selbst zu gehen.
Wie oft war ich denn jetzt an meiner Uni, um all das auf die Reihe zu bekommen? Ich schätze um die 40 Mal musste ich entweder ins ERASMUS-Büro oder zu Prof. B. gehen [kein Wunder, dass er mich beim Vornamen kennt]. 
Das Einzige was jetzt noch abgehakt werden muss, ist das schreckliche Auslandsbafög und ich rate jedem dazu sich so aggressiv wie möglich diesen Behörden zu widmen. Als ich letzte Woche bei meiner Ische anrief, meinte sie zu mir, mein Antrag läge noch im Postfach. IM POSTFACH! Nicht einmal geöffnet und dafür solle man sich dann 6 Monate vorher bewerben? Nun denn. Ich habe ohnehin nur schlechte Erfahrungen mit Bafög gemacht und versicherte ihr, ich würde ab da an alle 2 Wochen anrufen um zu checken, wie weit sie sei. Heute ist wieder Sprechstunde. Ich freue mich schon.
Alles in Allem sollte man sich gut vorbereiten und keinen Gang zum zuständigen Sekretariat scheuen. Denn letztendlich werden diese Menschen dafür bezahlt dir zu helfen und für deren Lohn sollten die Dich auf jeden Fall einmal in der Woche ertragen können.

Nun zurück zum Hauptthema: 

DAS PACKEN

Es ist ohnehin schon schwierig für ein Mädchen mehrere Tage lang von ihrem Kleiderschrank entfernt zu sein, aber das was jetzt kommt wird eine noch schwerere Zeit. 6 Monate lang und Du sollst deine Auswahl auf insgesamt 10 Outfits beschränken? Da im September noch Sommer ist, heißt das, in diesen Outfits müssen passende Sommer- UND Winterklamotten inbegriffen sein und wer mich kennt weiß, was dies für eine Bürde für mich ist. Des Weiteren habe ich beschlossen, Kosmetika wie Rasierer und Ob's schon vorab mitzunehmen. 20 Einmalrasierer, 12 zusätzliche Klingen für meinen Rasierer und 120 Ob's nehmen einem mehr Platz im Koffer als man zunächst erwartet. Ich werde auch noch Nudeln, Maggitüten, Brotbackmischungen [Brot schmeckt in Italien nie], Reis und anderes Essen mit einpacken, da die Lebensmittelpreise in Rom unermesslich sind. Zu viel Zeug, zu wenig Platz. Und was mache ich mit meinem Nagellack? Ich soll mich auf einmal für 6 Stück entscheiden?

Ich bin ratlos. Zumal Ich noch einiges an Zeit habe und packe ich jetzt 10 Paar Unterwäsche ein, dann habe ich nur noch den Rest meiner Unterwäsche und ich will ja auf jeden Fall die schönsten mitnehmen! Doch packe ich sie noch nicht ein, dann mache ich sie schmutzig und vllt. ist sie dann nicht rechtzeitig gewaschen. 
Ich stehe hier vor einem großen Dilemma. Zwar nicht moralischer Art, doch trotzdem gehört diese Entscheidung zu den schwierigsten in meinem uninteressanten Leben. Ich entscheide mich die nächsten Tage lang wie ein Penner herumzulaufen, lasse jedoch ein Outfit draußen; das für meine Abschiedsparty - Hier werde ich mich noch einmal von der besten Seite zeigen müssen: Die Leute sollen diese Seite vermissen und nicht den Penner, der ihnen unter die Augen gelaufen ist.

À propos: PARTY! Hier wird noch ein ordentlicher Eintrag erscheinen, mit all den Vorbereitungen. Ich liebe es Partys zu veranstalten und insgeheim wünsche ich mir irgendwann mal Partyplanner zu werden. Zumindest so unter der Hand.

Ich werde nun weiterpacken und mal schauen was ich noch aussortiere. A presto, würde ich mal sagen (: